Von deutschen Missionaren bis zu den heutigen Expats

Heute leben und arbeiten etwa 9000 Deutsche in Shanghai. So hat es uns jedenfalls unsere Stadtführerin auf dem Shanghai-Walk „Deutsche Spuren in Shanghai“ gesagt. Ungefähr wird die Zahl wohl stimmen.

Wann der erste Deutsche hier gelandet ist weiß man dagegen nicht so genau, aber deutsche Spuren findet man seit rund 200 Jahren hier. Anfangs kamen sie als Missionare und und Kaufleute, später als Konsuln, geflohene Juden, Spione, Botschafter und heute als Mitarbeiter/innen von VW und Bosch…

Viele Spuren sind mittlerweile verschwunden oder verwischt, oder im Großstadtdschungel versteckt und anderweitig in Benutzung.

Das ehemalige Konsulat am „Deutschen Eck“, dem Zusammenfluss von Huangpu und Suzhou Creek gibt es nicht mehr. Die ehemalige deutsche Kirche auch nicht mehr, keinen Fleischer und keine weiteren deutschen Geschäfte in dieser Ecke. Hier steht mittlerweile das „Hyatt on the Bund“-Hotel. Auch das frühere kaiserliche Postamt kann man übersehen, weil es mittlerweile ein eher unscheinbares Gebäude ist.

Einige Namen die mir bei der Führung untergekommen sind und über die ich mal mehr nachlesen wollte sind z.B. Klaus Mehnert, Paul Georg von Möllendorff, Richard Sorge, Ruth Werner, Richard Paulick, Rudolf Hamburger, Erwin Wickert (der Vater von Ulrich Wickert) oder Karl Gutzlaff (der mit der Wetterstation am Bund).

Ob wir hier auch Spuren hinterlassen? Ich hoffe es. Vielleicht bei einigen Chinesen, bei denen wir einen guten Eindruck hinterlassen haben. Oder auf den vielen Handies mit Bildern unserer blonden Tochter oder mit den Seifenblasen ihrer Seifenblasenkamera, die sie zu ihrem 3. Geburtstag vor ein paar Tagen bekommen hat.

Was man aber auf jeden Fall jetzt schon nach 2 Jahren sagen kann, dass Shanghai und China bei uns persönlich Spuren hinterlassen werden.

Blick auf den Bund vom Hyatt. Hier, wo jetzt das Hotel steht, war früher das deutsche Viertel
Blick vom Aussenaufzug vom 30. Stock.
Das ehemalige japanische Konsulat direkt neben dem deutschen Konsulat.
Hier stand mal das deutsche Konsulat.
Früher stand hier irgendwo die deutsche Kirche, jetzt das Hyatt.
Früher und heute immer noch, das russische Konsulat.
Mal Börse, mal Hotel, mal Backpackerhostel, bald das China Security Museum. Da muss ich dann mal hin.
Alt und neu, die Konsulate von früher auf dem Bild und heute von der anderen Seite des Suzhou Creek.
Heute steht hier das Volksheldendenkmal, von 1898 bis 1918 stand dort das deutsche Iltisdenkmal, benannt nach dem in einem Taifun vor der chinesischen Küste untergegangenen Schiff „Iltis“.
Auch ein ehemaliges deutsches Handelshaus.
Das frühere kaiserliche Postamt in der Fuzhou Road.

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