Wanderung zu den Naxi

Damit wir auch mal richtig wandern konnten, hatten wir, ein Freund und seine beiden Söhne, „freibekommen“. Über eine Agentur, die Wanderungen zu einheimischen Familien anbietet, hatten wir eine Wandertour zu einem Yi-Dorf und einem Naxi-Dorf mit Mittagessen in der Nähe von Lijiang gebucht.

Wir wurden morgens um 8.45 Uhr mit einem Auto in Shuhe abgeholt und es ging erstmal in vielen Serpentinen Richtung Wenhai-See. Unser Fahrer und unsere ursprünglich tibetanische Führerin haben uns erstmal ein wenig über die Gegend erzählt und was an dem Tag so ansteht.

Blick Richtung Lijiang
Blick zum Jadedrachenschneeberg

Auf der Hochebene Wenhai in knapp 3000 Metern Höhe liegt ein kleines Naxi-Dorf. Dort angekommen ging es dann zunächst mit einem einheimischen Guide (kein Englisch, nur Naxi) in etwa 1,5 Stunden zu Fuß ins benachbarte Yi-Dorf, einer anderen Minderheit in Yunnan. Der höchsten Punkt unserer Tour war dann in 3214 Metern Höhe und die Berge in der Umgebung waren noch höher. Trotzdem war alles noch grün und die Landschaft wirkte auf mich so wie meine eigentliche Heimat in Deutschland (um genauer zu sein, die Rhön). Unterwegs haben wir uns mit unserer Führerin unterhalten und unser Guide aus dem Dorf hat uns die Stellen gezeigt, wo weiße Erdbeeren, gelbe Himbeeren und andere uns unbekannte Beeren wachsen (natürlich haben wir auch welche gepflückt und gekostet).

Am Wegesrand lagen immer mal wieder Dunghaufen.

Im Yi-Dorf angekommen sind wir zum Hof eines 77-Jährigen Mannes, der sein ganzes Leben in diesem Dorf verbracht hat. Mithilfe unserer Führerin konnten wir ein paar Fragen stellen und so haben wir ein wenig aus seinem Leben erfahren. Zwischendurch gab es grünen Tee und einen Brei zu essen. Wir hatten uns erstmal gewundert, was da für ein Brei zurechtgemixt wird, aber letztlich war es mit Zucker gesüßtes Buchweizenmehl mit Wasser und dann vermengt. Zu kleinen Klümpchen geformt haben wir es dann gegessen und es war ganz lecker. In seinem Garten standen noch Pfefferbäume und wir konnten hier noch einige Pfefferkörner mitnehmen.

Das ist ein Pfefferbaum.

Der Rückweg hat dann knapp 2 Stunden gedauert, bis wir im Haus des Guides ankamen. Dort hat uns dann seine Frau bekocht. Es war ein einfaches, aber sehr leckeres Essen und da wir nach der Wanderung alle Hunger hatten, waren die Teller auch schnell fast leer. Einen Rest haben wir drauf gelassen, sonst hätte es so ausgesehen, als hätte das Essen nicht gereicht und wir wären nicht satt geworden. Das ist wichtig in China, um den Gastgeber nicht bloßzustellen. Auch hier konnten wir noch Pfeffer vom Baum pflücken und mitnehmen.

Anschließend ging es noch zum Wenhai-See, an dem wir noch ein wenig entlanglaufen konnten. Der Weg war etwas sumpfig, weil wir durch einen Teil gelaufen sind, der wahrscheinlich sonst mit Wasser überlaufen ist. Überall standen Pferde rum und grasten. Normalerweise hätten wir von den Einheimischen auch die Pferde zum reiten haben können, aber aufgrund von Pferdehaarallergie einer unserer Damen im Hotel haben wir es gelassen.

Wir hatten jedenfalls einen tollen Tag und haben sogar am nächsten Tag unsere Führerin noch einmal getroffen und gemeinsam mit ihr und ihren beiden Kindern in Lijiang in einem Restaurant gegessen (lokales Essen in einem kleinen Restaurant, wo wir wahrscheinlich sonst nicht hingegangen wären).

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s