Willkommen im Hotel California

Wir sind jetzt in Jinghong, in der Region Xishuangbanna angekommen, nicht weit von der Grenze zu Laos und Myanmar. Wir sind im Regenwald und am Mekong und es es ist ziemlich warm und schwül. Insgesamt 13 Minderheiten leben hier und die Dai sind die größte davon.

Unser Hotel Miman liegt etwas südlich der Stadt. Es hat tolle Zimmer und man fühlt sich recht wohl hier. Allerdings ist es manchmal auch recht skurril.

Das fängt damit an, dass man nicht so genau weiß, wer eigentlich hier arbeitet und wer Gast ist. Als wir in der Rezeption einen Kaffee bestellen wollten, war niemand da. Kurze Zeit später hat uns ein Gast den Kaffee zum Pool gebracht. Ob wir den bezahlen müssen wissen wir nicht. Das Frühstück lässt auf sich warten und ist ziemlich chinesisch, ok. Zwischendurch wurde der Pool gereinigt, ok. Abends sind immer mal irgendwelche Leute da, die hier ihre Terrarien bepflanzen und Schmetterlinge, Heuschrecken und Käfer usw. da reinsetzen. Es liegt eine sehr interessante Speisekarte rum, aber auf Nachfrage heißt es, der Chefkoch ist nicht mehr hier tätig. Der beste Freund vom Chef, der Englisch spricht und den wir mittlerweile kennengelernt haben, ist für die Teezeremonie und Teezubereitung zuständig.

Das ist die Teestube. Hier gab es den Pu Er Tee gratis.

Im Untergeschoss sind Massen von Insekten und Schmetterlingen in Schaukästen zu sehen, daneben steht ein Billiardtisch. Es gibt in einem Raum mit einer Kletterwand, man kann aber auch traditionelle Taschen usw. kaufen. Samstags und sonntags gibt es einen Yogakurs. Eine Töpferscheibe und entsprechende Werkzeuge zum Bearbeiten haben wir auch gefunden.

Hinten sieht man die ganzen Insektenbilder.
Hier ist die Kletterwand.

An manchen Tagen war niemand in unserem Zimmer, kein Bett gemacht und frische Handtücher gab es auch nicht. Damit kann ich leben, aber normalerweise ist das in einem Hotel Standard. Toilettenpapier scheint auch Mangelware zu sein. Auf den Toiletten neben dem Billiardzimmer fehlte es ganz, sehr zu meinem Leidwesen an einem Abend.

Eigentlich ist das Hotel toll eingerichtet, hat schöne Zimmer, manche Gegenstände oder Bilder passen aber einfach dann nicht thematisch rein. Einen Tag war von morgens bis 21 Uhr der Strom weg, warum auch immer. Man könnte noch so viel mehr hier rausholen, aber irgendwie fehlt eine ordnende Hand. Das hört sich vielleicht doof an, aber wenn man wie ich Zivildienst in einer Jugendbildungsstätte gemacht, wo der Chef auf viele Dinge sehr geachtet hat, fallen einem halt Sachen auf, die man verbessern kann. Und ja, man könnte das Hotel wechseln, aber es ist auch amüsant zu sehen, wie es doch irgendwie läuft.

Der Arbeitsplatz der Terrarieneinrichter.

Der Chef hängt eher in der Teestube rum und raucht. Nachts ist er in den Bergen auf Insektenjagd. Er scheint sich hier irgendwie selbstzuverwirklichen.

Wer mal ein ungewöhnliches Hotel erleben möchte, ist hier gut aufgehoben. Die Leute sind auf jeden Fall sehr freundlich, aber auch irgendwie unorganisiert.

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