Von Heiligen und Märtyrern

Die sind hier nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Vom Longhua-Tempel zum Märtyrerpark ist es nur ein kurzer Weg, doch die Welten könnten nicht unterschiedlicher sein.

Waren wir im Tempel noch von unglaublich vielen betenden Leuten umgeben (mittlerweile wird hier schon das Gräberfest eingeleitet, welches an unserem Ostermontag stattfindet),

so wurde im angrenzenden Märtyrerpark den Helden Chinas gedacht.

Da wir gegen Mittag im Tempel waren und wir was von einem vegetarischen Restaurant gelesen hatten, wollten wir zunächst dorthin. Allerdings wirkte das Restaurant eher wie eine Bahnhofsmission, wo sich jeder eine Schale mit Nudelsuppe abholt. Jedenfalls mussten wir uns in die Schlange einreihen, 20 Yuan pro Suppe spenden und dann gab es die Einheitsnudelsuppe mit ein paar Beilagen. Man muss aber sagen, es war lecker und sättigend. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass der Laden voll war.

Jedenfalls konnten wir dann gestärkt durch den Tempel gehen. Bei meinem letzten und einzigen Besuch am Anfang unseres Aufenthaltes in Shanghai war er an einem Vormittag sehr leer und er hatte mir sehr gut gefallen, weil er auch touristisch einfach nicht überlaufen war. Deshalb stand er immer noch auf meiner Liste von Orten, die ich gerne meiner Frau zeigen wollte. Das es so voll werden würde war mir allerdings nicht bewusst. Man bedenkt halt auch nicht, dass hier viele Feste einfach sehr lange gefeiert werden, schließlich dauert das chinesische Neujahrsfest auch 15 Tage, an denen praktisch jeden Tag Raketen in die Luft geschossen werden.

Anschließend ging es dann rüber in den Park. Eigentlich wollten wir ein kleines Picknick machen, aber so einladend waren Park und Wetter dafür nicht. Stattdessen wurden wir Zeuge von mehreren Kranzniederlegungen. Es wurden nämlich in regelmäßigen Abständen Blumengebinde von einigen Uniformierten niederlegt. Irgendwie standen deshalb ständig Menschengruppen vor dem Denkmal und es wurden bei der Zeremonie jeweils die chinesische Nationalhymne und anschließend die „Internationale“ gespielt. Danach sind die Gruppen in das Museum gegangen, welches mit seiner Pyramide an den Louvre in Paris erinnert.

Zum Abschluss ging es noch kurz einen Kaffee trinken und dann nach Hause, wo wir den Abend mit unseren Nachbarn mit einem Pizzaessen und einem Kinoabend für die Kinder haben ausklingen lassen.

So ihr Lieben da draußen, der nächste Beitrag von mir kommt aus Xi’an. Wir haben Karfreitag und Ostermontag (bzw. Gräbertag in China) ebenfalls frei und fliegen heute am Gründonnerstag noch los. Wir wollen uns dort u.a. die berühmte Terrakottaarmee ansehen.

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