Tag 28 – Willkommen in Absurdistan

Wir sind bei Tag 28 in unserer Quarantäne angekommen und ein Ende ist nicht in Sicht. Man bekommt immer nur gerüchteweise mit, dass es Fälle im Compound gab, angeblich gestern auch wieder einen, aber klare Informationen sind Mangelware und wie lange wir jetzt noch in den Wohnungen bleiben müssen auch. Das ist sehr unbefriedigend.

Hier gab es wohl Fälle. Sonst wäre das Haus nicht abgesperrt.

Es gibt eine App, in die man seine Adresse eingeben und dann sehen kann, wann es im Compound positive Fälle gegeben hat. Dann sieht man auch, wann man wieder raus kann. Bei jedem neuen positiven Fall beginnt der Countdown wieder von vorn.

Man fragt sich ständig, wie man nach 28 Tagen in Isolation noch positive Fälle finden kann. Angeblich ja über die Essenslieferungen. Die werden aber am Eingang desinfiziert. Ein anderer Fall soll durch einen Krankenhausaufenthalt einer Person in den Compound gekommen sein.

Ansonsten testen wir gerade täglich fleißig weiter. PCR-Tests immer draußen und Antigen-Tests machen wir morgens in der Wohnung. Die neuen Tests funktionieren aber irgendwie nicht richtig.

Was bedeutet dieses Ergebnis?

Die Leute in der Stadt bekommen teilweise Zäune vor die Häuser, damit sie nicht rausgehen können. Wie absurd ist das?

Auch in einer meiner Lieblingsstrassen der Yongkang Road (der Caféstrasse) werden Zäune aufgebaut.

Vielleicht kommen wir irgendwann mal raus, wenn alle Fälle in der Gesellschaft bei Null sind. Man sieht das hier in der Grafik. In den grünen Stadtbezirken gibt es keine Fälle mehr außerhalb der Quarantänezentren. Das ist im Moment das Ziel und die neue Auslegung der Null-Covid-Strategie. Aber was passiert, wenn man es erreicht hat? Damit ist ja immer noch nicht sicher, dass es nicht irgendwo wieder einen Ausbruch gibt. Werden die Stadtgrenzen wieder geöffnet? Dann kommen vielleicht wieder Fälle von außerhalb nach Shanghai.

Blöd ist es, wenn man ins Krankenhaus muss. Der Sohn unserer Freunde ist am Montag vom Klettergerüst gefallen und hat sich Elle und Speiche im linken Arm gebrochen. Zum Glück gibt es im Compound einen Allgemeinmediziner, zu dem sie erstmal konnten. Er und seine chinesische Ehefrau haben geholfen die Formalitäten zu klären, damit sie überhaupt aus dem Compound raus und ins Krankenhaus fahren konnten. Freundlicherweise hat eine andere Bekannte sie dorthin gefahren, denn ohne Auto ist der Weg auch ein Problem. Es fahren ja keine Taxen oder Busse. Im Krankenhaus selbst hat alles super funktioniert und der Bruch konnte ohne Operation gerichtet werden. Das war zum Glück keine lebensbedrohliche Situation, aber was macht man dann in so einer?

So sieht Shanghai heute aus.

Wir halten weiter durch!

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